Stephan von Huene | 1985 – 1992
Das Gesamtwerk Stephan von Huenes: Kinetik- und Klangskulpturen, Skulpturen, Assemblagen, Zeichnungen
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1985 – 1992

War in früheren Jahren, z. B. in der interaktiven Klang-Installation Text Tones, die Aufnahme nicht nur der gesprochenen Sprache, sondern auch aller anderen Umgebungsgeräusche genutzt worden (so zum Beispiel Schritte, Klatschen u. a. Lautäußerungen der Besucher) lag der Fokus Stephan von Huenes ab Mitte der 1980er Jahre vor allem auf der Reflexion von Verbal- und Körpersprache und der Erweiterung der Korrespondenzen zwischen verschiedenen Bildmedien. Sprachzerfall und Neubestimmungen der Buchstaben menschlichen Ausdrucks thematisieren Erweiterter Schwitters, eine Referenz an den Dadaisten und Dichter der Sprachlaute Kurt Schwitters, und Lexichaos, eine raumfüllende Installation, in der das Alphabet in seine Bestandteile zerlegt und die Geschichte der babylonischen Sprachverwirrung anschaulich wird.

Von Huene bewegte sich ab 1985 frei zwischen den Gestaltungen von skulptural aufgefassten figürlichen Automaten und Rauminstallationen mit unterschiedlichen Bildmedien. Die Synthese dieser künstlerischen Auffassungen von Skulptur/Installation erreichte er in seinem technisch und räumlich aufwändigsten Werk Tisch Tänzer, heute im ZKM in Karlsruhe. Vier Automaten-Skulpturen und vierzehn großformatige Zeichnungen zeigen einerseits ein computergesteuert ablaufendes ‚Bühnenstück‘, dessen Texte aus Reden führender US-amerikanischer Politiker bestehen, und konfrontieren andererseits die Ausstellungsbesucher ironisch auch mit sich selbst.